Das Eröffnungsfest ist Geschichte

Foto by Johanna Encrantz

Wir sind überwältigt! Am letzten Samstag, 7. Dezember 2019, eröffneten wir das feministische Streikhaus am Sihlquai 115 in Saus und Braus. Circa 700 Personen besuchten das grosse Fest, das wir so schnell nicht vergessen werden!

-mit wundervollen Fotos von Johanna Encrantz und anderen

Es war ein vielseitiges Programm. Tagsüber fanden mehrere Workshops statt. Zu Ökofeminismus zum Beispiel, Notwehr in der Notaufnahme, war der Titel eines anderen oder zu Feminismus und Sexarbeit. An den gutbesuchten Diskussionsrunden und Vorträgen wurden spannende Themen besprochen, Denkanstösse gegeben und diskutiert. Saskia, die früh morgens den Workshop zu Ökofeminismus gab, war begeistert: «Ich hatte extrem Freude an den vielen motivierten FLINT*s, die tagsüber die Workshops besuchten.» Aber auch bewegen konnte mensch sich, und das nicht erst abends auf dem Dancefloor. Selbstverteidigung war einer der Bewegungsworkshops oder aber Tanz als emanzipatorische Praxis. Im Flamencoworkshop wurde laut gestampft, während beim Workshop „Die Potenz des Körpers im Prozess weiblichen Empowerments“ eine ruhige Atmosphäre und intime Momente geschaffen wurden.

Ich fand den DJ Workshop sehr empowernd. Uns wurden ein paar Sachen gezeigt, danach durften wir selber am pult Musik mischen. Fehler waren mega willkommen und wir klatschten und jubelten für die Übergänge. Ideen für eine nächste AG entstanden so gleich.
Kris
Ich fand die Stimmung im Workshop sehr locker und fand es so leicht, mich auf mich selbst zu konzentrieren. Flamenco ist eine sehr selbstermächtigende Tanzform und das hat voll gut getan.
Sabine

Während des ganzen Tags trafen sich Menschen im grossen Gemeinschaftsraum zu Kaffee und Kuchen, Austausch und Beisammensein. «Ich fand das Café wunderbar, da herrschte eine gemütliche und solidarische Stimmung mit neuen und bekannten FLINT*s», so eine Teilnehmerin. Gegen 15:00 wurde vor dem Streikhaus die Performance „El violador eres tu“ (Der Vergewaltiger bist du) aufgeführt. Ein Video von Frauen aus Chile hatte kürzlich auf Social Media die Runde gemacht in welchem auf die tägliche Gewalt an FLINT* Menschen aufmerksam gemacht wurde. Die Choreografie ist seither weltweit adaptiert worden. Die Autos hupten und mackerhaft stiegen genervte Leute aus ihren Wägen, wütend darüber aufgehalten zu werden, doch die rund 50 FLINT*s liessen sich nicht beirren und führten die Choreographie gleich zweimal vor. Es ist eine unglaublich aussagekräftige Choregografie und viele beschrieben die Stimmung als bestärkend und auch emotional.

Als der Abend langsam über das Streikhaus hereinbrach, versammelten sich viele Menschen an der Feuerschale im grossen Garten. Bei dem wärmenden Feuer und Glühwein sangen sie gemeinsam Streiklieder. «Mich hat besonders berührt, als eine kleinere Gruppe am Feuer alte Streiklieder mehrstimmig sang. Sie alle hatten sehr schöne Stimmen», erzählt Bigna. War das Fest am Tag nur für FLINT* Personen offen gewesen, so strömten jetzt auch zahlreiche cis-Männer ins Haus um mit zu feiern. Es gab Konzerte auf 3 Stöcken, zum Beispiel das von Lila Lisi. Seit jeher begleitet Lila den feministischen Streik musikalisch und dann wurde das Streiklied angestimmt zudem dann alle freudig mitgröhlten. Ein anderes Konzert gab Dandara, deren Stimme bezauberte. Später gab es dann natürlich DJ*ane-Sets, so wie zum Beispiel von HABEBE. Im Erdgeschoss legte unter anderem Laura auf. «Ich hab mir einfach das AUX-Kabel geschnappt, nachdem einige gesagt haben, ich solle doch auflegen.»

Bis tief in die Nacht tanzten wir, feierten, stiessen auf unser Haus an, das wir innerhalb kürzester Zeit eingerichtet und strukturiert haben, wo wir viele Angebote und Projekte haben, Raum für Sitzungen bieten, für Künstlerisches Wirken, zum Diskutieren, vernetzen und feiern!

Mir haben die vielen positiven, unglaublich tollen Rückmeldungen von allen Gästen/Besucher*Innen am besten gefallen. Dass Menschen zu mir kamen und meinten, sie hätten sich lange nicht mehr so wohl gefühlt an einem Fest. Gute Laune über alle Generationen

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