ATELIER


FLINTAS
PRINT
 

14. Juni 2021: Wir feiern und wir streiken!
Dieses Jahr haben wir sieben kunstschaffende FLINTAQ-Personen zur Hilfe für unseren Kampf herbeigerufen. Sie haben feministische Anliegen in wahnsinnige Designs für T-Shirts sowie Postkarten und Stickers gestaltet. Alle T-Shirts wurden dann von Hand im Streikhaus-Atelier gedruckt. So entstand eine riesige Menge an feministischen Botschaften, welche wir gemeinsam auf die Strassen und in die Welt hinaustragen können.
Lasst uns am 14. Juni und darüber hinaus diese Botschaften verteilen: Um hin- und nicht wegzusehen, um aufzurütteln, aufmerksam zu machen, zu mobilisieren und zu solidarisieren. Und um FLINTAQ-Personen Raum zu geben, gemeinsam zu kämpfen und uns gegenseitig zu feiern!

KÜNSTLER*INNEN

Was hat dich motiviert, bei der T-Shirt-Kollektion mitzumachen?
Eine Freundin, die sich im Streikhaus engagiert, hat mich direkt angefragt, ob ich bei dieser Aktion mitmachen möchte. Ich habe sofort zugesagt und mich gefreut, dass ich bei diesem wichtigen Thema auch meinen Beitrag leisten kann. 
 
Was möchtest du mit deinem Design/Motiv vermitteln?
Mit meinem persönlichen Label „Philanthrope“ stehe ich für Gleichberechtigung und Chancengleichheit für alle Menschen, unabhängig ihrer Herkunft, Religionszugehörigkeit oder Geschlechteridentität. Diese Werte spiegeln sich auch in meinem Design wider, mit Fokus auf die vielen Gesichter von FLlNTA.  
 
Was verbindest du mit Care Arbeit?
Care Arbeit ist so divers wie die Menschen, die sie verrichten. Sie ist eine sehr wertvolle Arbeit und sollte nicht nur anerkannt, sondern auch fair entlohnt werden. Für mich als Mitarbeiterin im Asylwesen ist es auch eine Möglichkeit, etwas der Gesellschaft zurück zu geben. 
 

Welche feministischen Anliegen sind dir besonders wichtig?
Ich wünsche mir das FLINTA dieselben Privilegien sowie Chancen wie Cis-Männer erhalten. Wir sollten uns unabhängig unseres Geschlechts frei entfalten können, ohne den Erwartungen der patriarchal geprägten Gesellschaft unterordnen zu müssen.

Mit dem Design und mit meiner Kunst möchte ich meine Perspektive zu Feminismus und Weiblichkeit als Woman of Color und Afro-Latina aufzeigen. Da meiner Meinung nach POC’s in der Kunstszene, sei es als Künstler*innen oder als Teil eines Kunstwerks, viel zu wenig vertreten und supportet werden, ist es mir ein Anliegen Kunst von und für POC’s zu erschaffen.
Mein Design stellt Black Feminism dar, der gegen Rassismus, das Patriarchat und Femizide kämpft.

Was hat dich motiviert, bei der T-Shirt-Kollektion mitzumachen?
Ich glaube, dass Bildsprache ein starkes politisches Mittel sein kann. Als Illustratorin finde ich es deshalb wichtig und toll, wenn ich mit einem Design, dass Mensch hoffentlich stolz auf der Brust trägt, zum Feminismus beitragen kann und so nach aussen auch sichtbar machen kann. 
 
Was möchtest du mit deinem Design/Motiv vermitteln?
Ich wollte in meinem Design eine Figur integrieren, die wachsam ist, zurück starrt und auch die Zähne und Krallen zeigt. Ich mag die Idee von dieser Sphinx-ähnlichen, durchdringenden Figur, die die Person auf ihrem Kopf scheinbar gleich in den Frauenstreik mitträgt.  

Was verbindest du mit Care Arbeit?
An erster Stelle verbinde ich damit riesige Wertschätzung und Dankbarkeit. Denn ohne Care Arbeit, würde bei uns gar nichts mehr funktionieren. Und gleich danach folgt Frust und Wut, weil sie in unserer Gesellschaft total unterbezahlt ist, nicht wertgeschätzt wird und oft ja nicht mal sichtbar ist. Das muss sich unbedingt ändern!
 

Welche feministischen Anliegen sind dir besonders wichtig?
Mir liegt sehr viel am Thema Mutterschaft oder allgemein auch Elternschaft. Ich mag mich erinnern, dass ich über eine Mutterschaftskolumne das erste mal bewusst mit feministischen Themen in Kontakt und dadurch in Austausch mit anderen gekommen bin. Ich habe zwar selbst keine Kinder, aber habe einen Drang, dass meine und die Entscheidung anderer, Kinder zu wollen, nicht daran gebunden sein sollten als FLINTAQ*-Personen den kürzeren in vielen Anliegen zu ziehen, weil die Schweiz immer noch so stark an einem alten Familienbild festhält. Mutterschaft war für mich in dieser Hinsicht auch ein Thema, dass mich schlussendlich zu vielen anderen feministischen Themen geführt hat. 

Was hat dich motiviert, bei der T-Shirt-Kollektion mitzumachen?
Ich wurde von einer Mitgliedin des Ateliers auf das Projekt aufmerksam gemacht. Als ich die Chance erhielt, etwas Cooles zu designen für die Demo am 14. Juni, war ich natürlich sehr begeistert und habe zugesagt. Es hat mich sehr motiviert, bei der Bewegung mitwirken zu dürfen.
 
Was möchtest du mit deinem Design/Motiv vermitteln?
Mein Motiv soll zeigen, dass wir niemals aufhören oder still sein werden. Das Gegenteil ist der Fall: wir werden lauter! Für das Design inspiriert haben mich Uniformen indigener Aktivistinnen aus Mexiko. 
 
Was verbindest du mit Care Arbeit?
Zu höchst unrecht ist dies ein Arbeitssektor, der zu wenig Anerkennung und Wertschätzung erfährt. Diese Berufe sind äusserts wichtig für unsere Gesellschaft und schaffen einen klaren Mehrwert. Dennoch sind die Löhne sehr tief, während sie in anderen Sektoren exorbitant hoch sind.
 

Welche feministischen Anliegen sind dir besonders wichtig?             
In diesem Bereich gibt es viele Themen, welche mich beschäftigen. Besonders am Herzen liegt mir der Schutz von Frauen und LGBTQIA+ vor jeglicher Form von Gewalt und sexueller Nötigung. Diese Problematiken sollen offener thematisiert werden, auch bereits in der Schule. #NEINISTNEIN

Was hat dich motiviert, bei der T-Shirt-Kollektion mitzumachen? 

Ich bin dankbar für alle, die sich feministisch engagieren. Und ich freue mich, den Aktivismus vom Streikhaus mit einem Design zu unterstützen. Und die PM von Saskia ❤

Was möchtest du mit deinem Design/Motiv vermitteln?

Meine privilegierte Situation und die Auswirkungen des Patriachats zu erkennen war mein persönlicher Zündfunke zum Feminismus, und darum dreht sich auch mein Bild. Nicht nur von der eigenen privilegierten Situation ausgehen, andere mitziehen und unterstützen, sich im Dornenbusch zusammenfinden, die Dornen nach aussen richten und nicht gegeneinander, da gibt’s auch so genug zu bekämpfen, sich stärken, Energie tanken und gemeinsam wieder ausschwärmen.

Welche feministischen Anliegen sind dir besonders wichtig?
Alle. Aber wenn ich mich entscheiden müsste: Rechte von Trans-Personen.
 
HEDIYE
&
HASTI

Hediye und Hasti sind zwei junge iranische Schwestern, welche seit eineinhalb Jahren in der Schweiz wohnen. Während mehreren Besuchen im Atelier haben sie mit uns gemalt, gedruckt und gebastelt und nebst eigenen Werken ein Siebdruckdesign kreiert, um für sich, ihre Familie und Freunde eigene T-Shirts zu drucken. Weiter haben sie Postkarten und Stickers gestaltet, welche bei jedem Kauf eines T-Shirts der anderen Künstler*innen mitgeschenkt werden.
Ihre Designs verkörpern den Wunsch nach Solidarität, gleichem Zugang zu Essen und Bildung, Gleichberechtigung vor dem Gesetz, körperlicher Selbstbestimmung zum Beispiel bei der Kopfbedeckung und keine Gewalt. In ihren eigenen Worten, und wie auch auf den Postkarten in ihrer Muttersprache Persisch festgehalten: „Freiheit und Sicherheit für alle Frauen.“

آزادی و امنیت برای زنان
„Freiheit und Sicherheit für alle Frauen.“

 

14. Juni 2021: Wir feiern und wir streiken!
Nach 50 Jahren geschlechtlicher stimmrechtlicher Gleichberechtigung gedenken wir all den unzähligen, weiter bestehenden Formen der Ungleichbehandlung und Unterdrückung. Die feministischen Anliegen sind unzählig und wir haben noch einen weiten Weg bis zur feministischen Zukunft vor uns. Eine Zukunft, in welcher Care-Arbeit und die Selbstbestimmung über den eigenen Körper anerkannt werden und wo Rassismus, geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierung sowie die Verwehrung der gleichen Rechte aller zur Vergangenheit gehören. Eine Zukunft, in welcher wir in Freiheit und Sicherheit vor den Fesseln des patriarchalen Systems leben.

An dieser Stelle feiern wir insbesondere alle kunstschaffenden FLINTAQ-Personen und alle Kämpfer*innen, welche sich unermüdlich für eine bessere Zukunft und Gegenwart einsetzen!
Ein riesiges Dankeschön geht insbesondere an
– Die Künstler*innen für ihr Vertrauen in uns und dass sie uns ihre unglaubliche Kunst für den feministischen Kampf zur Verfügung stellten;
– Den Frauenstadtrundgang Zürich (Instagram: @fsrzuerich) für die Ideen, Inputs und interessanten historischen Fakten für die T-Shirt-Schnitzeljagd und ihre kontinuierliche wertvolle Arbeit in Bildung und Kultur;
www.frauenstadtrundgangzuerich.ch
– Johanna Encrantz (Instagram: @joencrantz) für die wunderschönen Fotografien;
– Und all jene, welche unser Projekt auf irgendeine Weise unterstützt haben!

„FLINTAs Print“ ist ein Projekt des Atelier im Streikhaus. Das Atelier im Streikhaus ist kreativer Freiraum und Vernetzungsknoten zugleich. Im hauseigegen Atelierraum können alle FLINTAQ-Personen sich gestalterisch austoben und verwirklichen. Verwaltet wird das Ganze von der AG Atelier: Eine Gruppe verschiedenster FLINTAQ-Personen, welche sich regelmässig treffen um miteinander zu gestalten und Projekte aller Art zu planen und zu realisieren.
www.instagram.com/atelier_streikhaus